Soll, Dr. Hans-Joachim Soll Die Postämter und Postagenturen in Deutsch-Ostafrika
Die Postämter und Postagenturen in Deutsch Ostafrika
Es gibt bereits eine umfangreiche Literatur zur Postgeschichte von Deutsch-Ostafrika, darunter Werke von Albert Friedemann und Heinrich Brönnle. Der regelmäßig aktualisierte Stempelkatalog der ARGE Kolonialpostwertzeichen enthält die wichtigsten Informationen, ergänzt durch den Katalog der Einschreibezettel von Ernst Einfeldt sowie spezieller Literatur, etwa über die DOA-Kriegspost von Reinhold Siebentritt. Allerdings sind viele dieser älteren Bücher aus den 20er Jahren vergriffen oder nur noch als Digitalisat und/oder Nachdruck verfügbar mit naturgemäß schlechter Qualität bei den Abbildungen. Die Berichtshefte der Arbeitsgemeinschaft sind zwar online zugänglich, aber die Ausgaben ab 1948 sind bis in die 90er Jahre noch schwarz-weiß und ebenfalls von schlechterer Bildqualität als mit heutiger Technik möglich. Aus diesen Gründen wurde die Idee für ein neues Buch geboren, das alle verfügbaren Informationen aus den älteren Werken bündelt. In den letzten 10-20 Jahren sind zudem viele neue Erkenntnisse gewonnen worden, zu denen sogar Heinrich Brönnle keinen Zugang hatte, obwohl er selbst lange in Deutsch-Ostafrika lebte und arbeitete. Dieses Buch stellt all dieses alte und neue Wissen über die Postanstalten in DOA vor – ein sogenannter „Review“ wie der Wissenschaftler sagen würde. Es zeigt die Stempel der Postanstalten und ihre Besonderheiten, ermittelt die Leitwege und Laufzeiten sowie deren Veränderungen, und enthält auch historische und geographische Informationen zu Städten und Orten mit Postagenturen, unterstützt durch Bildmaterial. Außerdem sind Scans von Briefen, Karten, Paketkarten und sonstigen Formularen enthalten, welche die Leitwege, Laufzeiten und Tarife belegen, wobei die Tarife nur gestreift werden (siehe dazu die Bücher von Michael Jäschke-Lantelme). Die Scans sollen auch einen Eindruck davon vermitteln, was heute noch an sammelwürdigem Material vorhanden ist. Der Verfasser hat zudem versucht, die Namen der Postagenten und hauptamtlichen Postbeamten in DOA zu sammeln und ihre Einsatzorte zu dokumentieren. Damit soll der „Status Quo“ nach über 100 Jahren Forschung für alle Interessierten zugänglich gemacht werden. Das Buch kann jedoch den Stempelkatalog der ARGE nicht ersetzen, sondern nur ergänzen – zum Beispiel werden hier keine Marktpreise für die Abstempelungen genannt.
1. Auflage 2025, 496 Seiten in 17 x 25 cm; beschichtetes Hardcover, hochwertige Fadenheftung.
Quelle: Verlagsinfo